Der Wildschütz (WA)
Komische Oper in drei Akten von Albert Lortzing
Text vom Komponisten nach dem Lustspiel Der Rehbock oder Die schuldlosen Schuldbewussten von August Kotzebue
Spieldauer: 165 Min.
Stadttheater
Beschreibung
Um seine Hochzeit gebührend feiern zu können, hat Dorflehrer Baculus einen Bock geschossen – dummerweise im Forst des Grafen Eberbach, der ihn prompt erwischt hat und nun suspendieren will. Da hilft nur eins: Gretchen, des Baculus Braut, soll den Grafen um Gnade anflehen, denn der hat eine Schwäche für hübsche junge Frauen … Dies eben lässt Baculus zaudern. Zum Glück kommt ein Student des Wegs, der dem ratlosen Schulmeisterpaar anbietet, als Gretchen verkleidet beim Grafen vorzusprechen. Der Student ist in Wahrheit die Baronin Freimann, die ohnehin ihren gräflichen Bruder inkognito besuchen und dabei einen Herrn näher inspizieren möchte, den der Graf ihr als Ehekandidaten andienen will: den Baron Kronthal. Der wiederum verliebt sich in das falsche Gretchen und wirbt gegen 5000 Taler beim Schulmeister um ihre Hand. Baculus kann sein Glück kaum fassen und will ihm seine – echte – Braut sofort verkaufen. Eine grandiose Verwirrung der Herzen bahnt sich an, und würde nicht schlussendlich der erschossene Bock sich als des Schulmeisters eigener Esel herausstellen, es nähme wohl ein schlimmes Ende …
Albert Lortzings reifstes Bühnenwerk ist ein frivoles Satyrspiel mit bitterbösen Seitenhieben gegen die schlüpfrige Moral des Adels und den habgierigen Geiz der Kleinbürger, im Übrigen aber ein mit wunderbaren Ensembles und Arien gesegnetes Sängerfest.
»In einer liebevollen Persiflage, die mit der Jagd-Metaphorik trefflich zu jonglieren weiß, bringt Sprenger das Werk auf die Bühne. Im stilblütenreichen Bühnen- und Kostümbild von Achim Römer bröckelt am Ende die schöne Fassade der Wald-und-Wiesen-Romantik und Der-Berg-ruft-Idylle. Dazwischen sorgen spritzige Ensembleszenen und herrlich überzeichnete Solonummern für Kurzweil. Es darf herzhaft gelacht werden (...).«