Ravn ist Besitzer einer IT-Firma, die er gewinnbringend an den Isländer Finnur veräußern möchte. Das Rückgrat der Firma bilden sechs Mitarbeiter, die einfach nur »die Alten« genannt werden und seit der Gründung der Firma dabei sind. Um die Verantwortung für unpopuläre Entscheidungen abwälzen zu können, erfand Ravn einen nicht-existenten »Boss vom Ganzen« im fernen Amerika. Die Crux ist nun: Finnur besteht darauf, den Deal einzig mit dem Chef aus Amerika abzuschließen. In seiner Not heuert Ravn den Schauspieler Kristoffer als »Boss vom Ganzen« an. Er soll im Konferenzraum seinen Text aufsagen, das Geschäft abnicken und auf Nimmerwiedersehen verschwinden. Doch das Geschäft verzögert sich und Kristoffer begegnet »den Alten«, was zu absurden Verwicklungen führt. Gleichzeitig steigt dem ambitionierten Schauspieler seine Rolle zu Kopf. Als Kristoffer schließlich »den Boss vom Boss vom Ganzen« erfindet, ist das Chaos perfekt.
Der Boss vom Ganzen ist eine bitterböse Komödie über den zynischen Umgang mit Angestellten, wie er in Konzernzentralen gar nicht so selten gepflegt wird. Entscheidungen, die die Belegschaft existentiell betreffen, werden verantwortungslos und ohne Transparenz gefällt. Aber auch die Schauspielerzunft bekommt ihr Fett weg.
Der Regisseur und Autor Lars von Trier ist Mitinitiator des Manifests »Dogma 95«, das seit den 90er Jahren für einen neuen Realismus im Film eintritt, wofür die Dogma-Bewegung 2008 den Europäischen Filmpreis erhielt.