Götz-Friedrich-Preis für Mizgin Bilmen

Der Götz-Friedrich-Preis für die Spielzeit 2016/17 geht an Mizgin Bilmen für ihre Inszenierung von Marc-André Dalbavies Oper Charlotte Salomon (Deutsche Erstaufführung) am Theater Bielefeld. Diese Entscheidung traf die Jury in ihrer heutigen Sitzung. Der Preis wird für eine herausragende Inszenierung junger Regisseure vergeben und ist mit 5.000 € dotiert. Die Preisverleihung findet am 2. November im Wappensaal des Roten Rathauses in Berlin statt.

Zudem erhielt bereits im Juli sowohl Mizgin Bilmens Interpretation von Charlotte Salomon als auch die darstellerische und gesangliche Leistung von Hasti Molavian in der Titelpartie in der diesjährigen Kritikerumfrage der Welt am Sonntag insgesamt vier Nennungen als beste Inszenierung bzw. beste Sängerin des Jahres.

Charlotte Salomon war eine der erfolgreichsten Produktionen der vergangenen Spielzeit am Theater Bielefeld. Marc-André Dalbavies Oper über die 1943 in Auschwitz ermordete gleichnamige Malerin geriet in der Lesart des Regieteams um die kurdisch-deutsche Regisseurin Mizgin Bilmen zu einem auf vielen Ebenen veranschaulichten Schaffensprozess. 2014 bei den Salzburger Festspielen in prominenter Besetzung uraufgeführt, erblühte das Werk in seiner deutschen Erstaufführung am Theater Bielefeld weitaus stärker, so die Meinung des Komponisten wie auch zahlreicher Rezensenten und Zuschauer. Das Bielefelder Publikum ließ sich vom ergreifenden Lebensrückblick mit der kraftvollen Ästhetik insbesondere von Kostümbild und Videodesign mitreißen – so sehr, dass nach den geplanten sechs, weitestgehend ausverkauften, Vorstellungen noch eine siebte anberaumt wurde.