Spiel

Henrik Ibsen

Ein Volksfeind

Beschreibung

Seit die Heimatstadt der Geschwister Stockmann das Kurbad besitzt, geht es aufwärts. Das Geschäft brummt, die Arbeitslosigkeit sinkt und der Gemeinsinn erstarkt durch ein Vorhaben, das alle gleichermaßen angeht. Doch dann macht Badeärztin Stockmann eine brisante Entdeckung: Die Zuleitungsrohre für das Heilwasser führen durch ein verseuchtes Sumpfgebiet. Das Bad ist völlig verkeimt und in höchstem Maße schädlich für Menschen mit angegriffener Gesundheit, die teures Geld bezahlen und guten Glaubens kommen, geheilt zu werden. Was für ein Glück, dass sie diesen Missstand noch rechtzeitig bemerkt hat, denkt die Ärztin und wähnt sich der Dankbarkeit ihrer Mitbürger sicher. Dass sie entweder wahnsinnig geworden ist oder von Machtinteressen getrieben Intrigen gegen ihn spinnt, vermutet dagegen ihr Bruder. Mit allen Mitteln will der Bürgermeister die Veröffentlichung des Befundes verhindern. Denn eine Behebung des Schadens würde teuer werden. Sehr teuer! Der Kurbetrieb käme für mindestens zwei Jahre zum Erliegen und die konkurrierenden Nachbarorte würden derweil eigene Kurbäder eröffnen. Ein Fiasko. Es kommt zum Streit der Geschwister und zum Eklat. Die Ärztin steigert sich in einen Wahrheitsfanatismus hinein, der nicht mehr konsensfähig ist, während der Bürgermeister und mit ihm die ganze Stadt versuchen, den Skandal zu vertuschen – und durch eine sehr ungesunde Verflechtung politischer und persönlicher Interessen das demokratische System untergraben.


Pressestimmen

»Jede Rolle in der Politikfarce ist 1-A besetzt, die zweieinhalb Stunden vergehen wie im Fluge. EIN VOLKSFEIND ist beides: lehrreich und lustig. Die Parallelen zum Politikbetrieb auf allen Ebenen liegen ohnedies auf der Hand.«

Westfalen-Blatt, 23.05.2016

»Überhaupt überzeugt das Ensemble dieser Inszenierung ohne Ausnahme, wobei die Idee den Protagonisten, den aufrührerischen Badearzt Dr. Stockmann, weiblich zu besetzen, sich als besonderer Glücksgriff erweist. Gerade wenn Schauspielerin Christina Huckle vom Volksheld zum Volksfeind degradiert wird und als Jean d'Arc der Vernunft von der patriarchalischen Dreifaltigkeit aus Bürgermeister, Redakteur und Verleger vor Gericht gestellt wird, gibt das dem Stück einen interessanten neuen Beigeschmack.«

Neue Westfälische, 23.05.2016
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Kurzinfo

Spieldauer
ca. 02:30 Std.
Pausendauer
00:20 Std.
Pausenanzahl
1
Altersempfehlung
ab 15

Premiere
Fr. 20.05.2016

Zum letzten Mal
Do. 13.10.2016
Erster Termin war am
Fr. 20.05.2016
Spielort
Theater am Alten Markt
Alter Markt 1
33602 Bielefeld
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