Spiel Uraufführung

David Gieselmann

Sissy Murnau – Die Serie im Theater

Beschreibung

Folge 1: Ich möchte glauben (Dauer: 55 Minuten)
Zum ersten Jahrestag des mysteriösen Verschwindens der Schauspielerin Sissy Murnau hält ihre Kollegin Hanna Tiefert eine ergreifende Rede. So ergreifend, dass die Regisseurin Hanna Kollmann kurzerhand die Probe ausfallen lässt. Stattdessen gehen die beiden Hannas zum Abendessen bei dem befreundeten Paar Leopold und Mabon Meiersiek. Und da platzt die Bombe: Die beiden wollen weg! Trotz guter, wenn auch anscheinend nicht befriedigender, Jobs als Landschaftsarchitekt (im Fall von Leopold) sowie als Life-Coach und Finanzberater (im Fall von Mabon). Aber »Auszeit« oder »Sabbatical« trifft ihr Vorhaben nicht wirklich. Sie wollen alles hinter sich lassen und sich auf den Weg nach Nara machen. Zwar wissen sie nicht so genau, wo Nara liegt, sind aber bereit für das Abenteuer und überzeugt, dass Nara ein Ort ist »der sich, wenn man dort ist, viel mehr formen lässt, auf den man viel mehr Einfluss hat, wie er sich gestaltet, wie er ist, als jedes Gemeinschaftssystem der uns bekannten hiesigen Welt«. Man muss nur daran glauben. 

Tipp: Neugierig? Auf dem Blog haben wir die Hauptfiguren in Audioclips vorgestellt. Hören Sie rein! Außerdem gibt es einen Beitrag zum Format Serie am Theater zu lesen.

Folge 2: Ich werde kämpfen (Dauer: 50 Minuten)
Die Schauspielerin Sissy Murnau bleibt verschwunden. Polizeioberkommissar Hans-Gotthard Hansen ermittelt und irgendwie scheinen alle aus ihrem Umfeld verdächtig: Wurde sie von ihrer Kollegin Hanna Tiefert ermordet, die ihre Emotionen offensichtlich nicht im Griff hat? Haben die vier Jahre, in denen die Regisseurin Hanna Kollmann abgetaucht war, etwas damit zu tun? Hängt es mit der Affäre zwischen Sissy Murnau und Mabon Meiersiek zusammen? Die Spuren verdichten sich in eine Richtung: Nara. Aber wer oder was ist dieses Nara? Eine Bedürfniskreation? Ein Virus? Eine Art Utopia? Leopold Meiersiek will es wissen. Er lässt alles hinter sich und macht sich auf den Weg. Als bekennender Naraist. Die Bundespolizei ist alarmiert, denn möglicherweise handelt es sich hier um eine Terrorzelle. Hanna Kollmann startet ein Theaterprojekt über Nara, während ihre Lebensgefährtin Hanna Tiefert ein »Offenes Bündnis der Naraskeptiker«, kurz »Obünas«, initiiert. Letztlich wollen alle eines: kämpfen! 

Folge 3: Ich möchte lieben (Dauer 1:00 Std.)
Die Ermittlungen zum Verschwinden der Schauspielerin Sissy Murnau und des Landschaftsarchitekten Leopold Meiersiek laufen auf Hochtouren. Beide sollen sich an einem Ort aufhalten, dessen Existenz noch nicht einmal bewiesen ist: Nara. Währenddessen probt Regisseurin Hanna Kollmann ein Stück über diesen sagenumwobenen Ort, und dabei geschehen seltsame Dinge: Das Textbuch scheint zu fluktuieren und Schauspielerin Hanna Tiefert wird nicht nur als Spionin angeworben, sondern dringt, für sie selbst überraschend, in ungeahnte Welten vor, geleitet von einer seltsamen Stimme. Handelt es sich dabei um die vermisste Sissy Murnau? Wer ist dieses Wesen, das alle zu lieben vorgeben, überhaupt? Ist es selbst liebesfähig? Und was hat das Ganze mit Nara zu tun? Mabon Meiersiek ist unterdessen einer ganz anderen Theorie auf der Spur: Vielleicht ist alles, was wir für Realität halten, eine Matrix von 3D-Projektionen, die direkt in unsere Gehirne gespeist werden? 

Folge 4: Ich will leben (Dauer 1:00 Std.)
Die verschwundene Schauspielerin Sissy Murnau, die ihre Ex-Partnerin und gleichfalls Schauspielerin, Hanna Tiefert, in ihre Gewalt gebracht hat, meldet sich aus Nara. Life-Coach Mabon Meiersiek lässt ab von der Matrix-Theorie, wonach alle »Spielfiguren in dem sind, was sie ihr ganzes Leben lang als Leben empfunden haben«, um nicht dem Wahnsinn anheim zu fallen. Er beschließt nach vorn zu schauen und Leopold Meiersiek, von dem immer noch jede Spur fehlt, in einem Bi-Speed-Dating durch einen neuen Partner oder eine neue Partnerin zu ersetzen, während Hanna Kollmann den Verlust ihrer Partnerin Hanna Tiefert mittels Therapie bewältigen will. Ein erfolgloses Unterfangen, wenn auch Therapeuten eine Auszeit brauchen. Inzwischen ist es Hanna Tiefert gelungen, sich von Sissy Murnau zu lösen. Doch auch Sissy Murnau hat beschlossen, sich in die Realität zu stürzen. Und so scheinen alle wieder vereint, bis auf Leopold, von dem es immerhin ein Lebenszeichen gibt. Aber wie haltbar ist dieses Konstrukt angesichts divergierender Vorstellungen von Leben und Liebe wirklich?

Die Doppelfolgen haben eine Spieldauer mit Pause von 2:20 Std.

 

 

Pressestimmen

»SISSY MURNAU wird Stadtgespräch. Ganz gewiss. Wer sich diesen Blockbuster entgehen lässt, der verpasst etwas (...). Schon die 1. Folge (..) machte seriensüchtig. Das lag zum einen am lustvollen Spiel des zu individueller Höchstform auflaufenden und als Ensemble unschlagbaren Kleeblatts Doreen Nixdorf, Carmen Priego, Guido Wachter und Thomas Wolff. Und zum anderen an der subtilen, menschenkennenden, aber nicht menschenfeindlichen, vor allem zum lauten Lachen komischen Stückvorlage.«

Neue Westfälische, 21.03.2016

Das Darstellerquartett (...) hat die Qualität Kult zu werden: Ihnen gelingt es, den leicht schrägen Charakteren Profil zu geben, Wiedererkennungswert, kurz: Serienleben einzuhauchen. (...) Das Serienformat wird regelrecht zelebriert (...), SISSY MURNAU setzt auf den Suchtfaktor. Alle vier Schauspieler sind mit Leidenschaft bei der Sache, machen Folge 1 zu einer Liebeserklärung an das Serienformat und das Theater gleichermaßen.

Westfalen-Blatt, 21.03.2016

Die Uraufführung von Teil 2 feierte nun auch ihre gefeierte Premiere. (...) Die Schauspieler steigern sich inzwischen in ihre Rollen regelrecht hinein - Autor David Gieselmann hat dem Quartett die Dialoge auf den Leib geschrieben. (...) Regisseur Henner Kallmeyer hat jede Menge heitere Details in die Inszenierung eingebaut. Das Theater hat einen kleinen Serien-Hype losgetreten.

Westfalen-Blatt, 09.04.2016

»Fast absichtslos platzierte Nebensächlichkeiten sprudeln unaufhörlich ins Geschehen. So übernehmen alle Schauspieler jeweils mehrere Rollen, die zudem nicht immer glasklar voneinander getrennt sind. Das hat einen besonderen Reiz und erzeugt absurd gefärbte Situationskomik. (...) Nara, das dem Nara, dem Nichts so ähnelt, zeigt sich wie in Becketts WARTEN AUF GODOT als absurd-witzige Idee, die allerdings in hohem Tempo auf skurrilste Weise zu unterhalten weiß.«

Neue Westfälische, 09.04.2016

»Das Stück ist ein gelungener Brückenschlag zwischen blitzgescheiter Satire und anregend innovativer Kunstform.«

Neue Westfälische, 19.09.2016

»Es macht Spaß, ihnen dabei zuzuschauen: Dass vier Schauspieler sich 13 Rollen teilen, trägt zu einem zunehmend furiosen Tempo der Inszenierung bei. (...) Dem Autoren David Gieselmann hat es sichtlich Freude bereitet, dieses Buch zu schreiben und die Komplexität der Ebenen für kunstvoll verschachtelte Spiegeleffekte zu nutzen: Der rote Faden wird immer assoziativer, die Handlungsstränge rotieren wie eine Roulettekugel auf der Bühne.«

Neue Westfälische, 26.09.2016
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Diese Produktion wurde unterstützt von

Theater- und Konzertfreunde

Kurzinfo

Spieldauer
ca. 00:55 Std.
Altersempfehlung
ab 15

Premiere
Do. 17.03.2016

Zum letzten Mal
Sa. 24.06.2017
Erster Termin war am
Do. 17.03.2016
Spielort
TAM DREI
Alter Markt 1
33602 Bielefeld
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Spiel
Uraufführung
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