Über uns

Die Geschichte des Theaters Bielefeld beginnt, als eine Bürgerinitiative mehr Kultur in ihrer Stadt fordert. Durch ihre Spenden wird der Bau des Stadttheaters ermöglicht und das Theater Bielefeld wird 1904 eröffnet. Seitdem ist es das kulturelle Zentrum Ostwestfalens, das mit seinem Publikum lebt und sich mit ihm wandelt.

Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter – ob in der Bühnentechnik, der Maske, Dramaturgie oder in den Ensembles – trägt dazu bei, dass kreative Ideen und Visionen auf der Bühne ihren Ausdruck finden. Wir setzen Jahrhunderte alte Stoffe in Bezug zur Gegenwart und entdecken neue, zeitgenössische Stücke. Wir spielen, tanzen und singen, schreiben und rechnen, bauen Dekorationen, knüpfen Perücken und nähen Kostüme.

Das Theater Bielefeld ist ein Drei-Sparten-Haus, in dem sich Gesang, Tanz und Schauspiel unter einem »Dach« befinden. Rund 350 passionierte MitarbeiterInnen erschaffen in über 600 Vorstellungen pro Spielzeit Räume zum Lachen, Mitleiden, Nachdenken und Diskutieren. Über 200.000 ZuschauerInnen aus Bielefeld, der Region und ganz Deutschland haben Teil an der Kunst, die Tag für Tag auf den Bühnen der Spielstätten entsteht.

Geschichte

1885 Frau Crüwell, Witwe des Tabakfabrikanten, stiftet 10.000 Mark zum Bau eines Theater- und Konzertsaals.
  
1900 Die Stadt beschließt, das Theater zu bauen, wenn ein Drittel der Kosten durch Spenden der Bielefelder Bürgerinnen und Bürger finanziert wird, was auch gelingt. 1901 wird der Grundstein gelegt.
  
1904 Mit der »Jubelouvertüre« von Carl Maria von Weber wird das Theater am 3. April 1904 eröffnet. Es wird an seinen ersten Direktor, Oskar Lange, verpachtet.
  
1914 Während des 1. Weltkrieges bleibt das Theater bis auf wenige Gastspiele bis 1918 geschlossen.
  
1918 Die Stadt übernimmt das Theater. Durch die Subventionierung kann ein festes Ensemble geschaffen und die künstlerische Qualität verbessert werden.
  
1919  Eine Vergrößerung des Orchesters ermöglicht die Integration von Opern in den laufenden Spielplan.
  
1925 Aufgrund finanzieller Krisen wird das Theater in eine GmbH umgewandelt, damit die Stadt weniger Zuschüsse bezahlen muss. Trotz schwieriger Wirtschaftslage etabliert sich das Theater unter der Intendanz von Max Cahnbley.
  
1930 Die Rudolf-Oetker-Halle wird am 31. Oktober eingeweiht.
  
1933 Nach dem Einzug der NSDAP ins Bielefelder Rathaus wird Cahnbley fristlos gekündigt. Das Theater wird wieder in ein städtisches Unternehmen umgewandelt.
  
1939 Mit Ausbruch des 2. Weltkrieges ist das Theater offiziell im »Kriegseinsatz«. Für die Wehrmacht, vor allem für Verwundete, werden geschlossene Vorstellungen gezeigt.
  
1944 Am 1. September werden auf Anweisung des Reichministeriums für Volksaufklärung und Propaganda alle Theater, Varietés und Kabaretts geschlossen. Das betrifft auch das Bielefelder Theater. Als durch einen Bombenangriff das Gebäude der Feuerwehr zerstört wird, fungiert das Theater vorübergehend als Notunterkunft. Auf der Bühne werden Feuerwehrschläuche zum Trocknen aufgehängt.
  
1945 Nach Kriegsende erweist sich ein Neubeginn als schwierig, denn das Theatergebäude ist durch Bomben beschädigt und die britischen Alliierten haben ein generelles Schauspielverbot verhängt, das erst 1947 aufgehoben wird. Im Herbst gründen Theaterleute eine Notgemeinschaft und kümmern sich selbst um den Aufbau des Stadttheaters. Die Rudolf-Oetker-Halle dient als Ersatz-Spielort für die Aufführungen von »Fidelio«, die sehr erfolgreich sind. Die Stadt beginnt, das Theater wieder finanziell zu unterstützen und am 1. Dezember kann es mit Mozarts »Zauberflöte« wieder eröffnen.
  
1950 Aus den Trümmern des alten Rathauses wird das heutige Theater am Alten Markt gebaut und an die Künstler übergeben.
  
1951/52   Bernhard Conz wird neuer Städtischer Musikdirektor und erhält später den Titel Generalmusikdirektor. Eine glanzvolle Ära beginnt: Das Orchester vergrößert sich und es findet Gastspiele in mehreren europäischen Städten statt.
  
1959 Mit »Kiss me, Kate« wird das erste Musical auf einer Bielefelder Bühne gegeben.
  
1975/76 Heiner Bruns wird neuer Intendant.
  
1978 Der Regisseur John Dew kommt zunächst als Gast an das Theater Bielefeld und wird nach drei Jahren Oberspielleiter. Durch seine Arbeiten im Musiktheater erwirbt sich das Theater einen überregionalen und internationalen Ruf. Er wechselt 1995 als Intendant nach Dortmund.
  
1998/99 Regula Gerber wird neue Intendantin und setzt ihren Schwerpunkt auf zeitgenössisches Musiktheater und Schauspiel, was sich in zahlreichen Ur- und Erstaufführungen äußert.
  
2004 Aufgrund von Sanierungsarbeiten wird das Stadttheater für zwei Jahre geschlossen. Während dieser Zeit werden das Theater am Alten Markt und die Rudolf-Oetker-Halle bespielt.
  
2005/06 Mit einem großen Theaterfest wird das Stadttheater wieder eröffnet. Michael Heicks tritt die Nachfolge von Regula Gerber an und wird neuer Intendant. Unter dem neuen Chefchoreografen Gregor Zöllig wird erstmals zeitgenössisches Tanztheater gezeigt.
  
2009 Als eines der ersten Theater in Deutschland bietet das Theater Bielefeld im Dezember Vorstellungen mit Audiodeskription für sehbehinderte und blinde Besucher an. Nach zwölf Jahren verabschiedet sich der Generalmusikdirektor Peter Kuhn mit einer Abschiedsgala. Sein Nachfolger ist Alexander Kalajdzic.
  
2013/14 Sabine Schweitzer übernimmt die Leitung des Musiktheaters als Operndirektorin. Neben der Verpflichtung von renommierten Künstlern ist die Sparte Gesang auch durch eine neue Generation von Theatermachern aktuell ausgerichtet.
  
2015/16 Choreograf Simone Sandroni tritt die Nachfolge von Gregor Zöllig an und benennt die Sparte in TANZ Bielefeld um.
  
2016/17 In der Reihe FORMATE wird im Schauspiel unter der Leitung von Michael Heicks und Oberspielleiter Christian Schlüter mit den unterschiedlichen Ausdrucksmöglichkeiten des Mediums Theater experimentiert.