Konzerte Einführung

Gastkonzert

British Symphonic Sounds

Beschreibung

Die Veranstaltung muss wegen Krankheit leider entfallen.

 

William Walton
As you like it. Poem für Orchester

Arthur Bliss
Adam Zero. Ballett in 1 Szene. Konzertsuite

Ralph Vaughan Williams
Job. A Masque for Dancing

Ein eigenartiger Gegensatz besteht zwischen der ruhmreichen Vergangenheit Großbritanniens als eine der bedeutendsten Weltmächte vergangener Jahrhunderte und der geringen Zahl seiner bedeutenden Komponisten. Auch wenn Wohlstand und Kunst keineswegs zwingend Hand in Hand gingen, fällt doch auf, dass London in jener Zeit durchaus als Kulturmetropole Europas auf einer Stufe mit Paris und Wien rangierte, aber in puncto Komposition sich lieber mit fremden Federn als mit eigenen schmückte. Die natürliche Grenze des Inselreichs mag ihren Beitrag dazu geleistet haben, kann aber keineswegs das Phänomen vollends erklären. Wie auch immer: Es gab sie durchaus, die großartigen britischen Komponisten. Zumindest im 20. Jahrhundert, nachdem die wichtigste musikalische Stimme des viktorianischen Königreichs, Edward Elgar, ihnen gleichsam den Weg gebahnt hatte. Und es wird höchste Zeit, dass dort schlummernde Schätze gehoben und ans Licht der kontinentaleuropäischen Öffentlichkeit gebracht werden.
William Walton fand auf typisch englische Weise zur Musik: Er war Chorknabe in Oxford und begann mit 12 Jahren zu komponieren. Nachdem er sich eine Zeitlang vorzugsweise mit Chor- und Orgelmusik befasst hatte, kam 1934 der aus Nazideutschland geflohene jüdische Filmregisseur Paul Czinner auf Walton zu und fragte ihn, ob er an seinem nächsten Film mitarbeiten wolle: As you like it (Wie es euch gefällt) nach William Shakespeare. Der Film erschien 1936 und Walton bezog als Filmkomponist erstmals geregelte Einkünfte. Um seine Musik einem breiteren Publikum zugänglich zu machen, arbeitete er den Soundtrack in eine Symphonische Dichtung um, die nicht nur die Bandbreite seiner impressionistisch-spätromantischen Tonsprache aufs Schönste artikuliert, sondern auch dem heiteren Sujet lustvoll den roten Teppich ausrollt.
Arthur Bliss, Vorbild und Freund Waltons, wusste zwar ebenfalls anspruchsvolle Filmmusikpartituren zu schreiben, hatte aber seit 1913 eine große Affinität zum Ballett, als die legendären Ballets Russes Igor Strawinskys Petruschka in London gezeigt hatte. Bliss interessierte sich zunächst stark für die Musik der französischen Gruppe Les Six um Arthur Honegger und Darius Milhaud, bemühte sich aber mehr und mehr um einen nationalen Musikstil und bediente sich dabei einer spätromantischen Tonsprache, wie sie Elgar etabliert hatte. Nachdem Bliss zusammen mit Choreograf Robert Helpman 1944 das Ballett Miracle in the Gorbals überaus erfolgreich herausgebracht hatte, trat Helpman mit einem weiteren Auftrag an Bliss heran: Adam Zero – die Allegorie eines Menschenlebens im Setting einer Ballettproduktion. Gott als der Regisseur, Adam als Erster Tänzer, der sich verliebt, heiratet und Macht gewinnt, bis die Welt um ihn herum zusammenbricht, eine neue Generation seinen Platz übernimmt und ihn in Einsamkeit sterben lässt. Im April 1946 kam Adam Zero am Royal Opera House Covent Garden heraus, getanzt vom Sadler’s Wells Ballet. Bliss selbst bezeichnete sein neues Werk als seine „vielfältigste und aufregendste Ballettpartitur, die Musik ist instinktiv theatralisch und von starker Charakterzeichnung“ geprägt.
Ralph Vaughan Williams ist mit Stücken wie Fantasia on Greensleeves, The Lark Ascending oder Fantasia on a Theme by Thomas Tallis längst eine feste Größe im deutschsprachigen Konzertleben, besonders aber durch seine wirkungsmächtige Sea Symphony, die ihm 1910 den Durchbruch bescherte.
Bescheidener in den Mitteln, aber nicht minder faszinierend klingt seine Musik zum Ballett Job (Hiob). Vaughan Williams ließ sich 1927 von einer 21-teiligen Bildserie inspirieren, die der hundert Jahre zuvor verstorbene Maler und Dichter William Blake über das Buch Hiob des Alten Testaments hinterlassen hatte; sie zählt zu seinen bedeutendsten Arbeiten. Job stellt einen wichtigen Meilenstein in der Entwicklung der englischen Ballettgeschichte dar, da es bei seiner Uraufführung 1931 das erste Ballett war, das von einem rein britischen Team auf die Bühne gebracht wurde. Getanzt wurde es vom Vic-Wells Ballet, dem seinerzeit übrigens ein junger Tänzer namens John Cranko angehörte … In Anspielung auf eine englische Theatertradition nannte Vaughan Williams das Werk im Untertitel Masque (Maskenspiel). Auch die Musik weist alte Tanzformen wie Sarabande, Pavane oder Galliarde auf, die eher ins 17. als ins 20. Jahrhundert gehören. Der Widerstreit zwischen Gott und dem Teufel, die Geschichte von Hiobs fortwährenden Verlusten und seinem standfesten Glauben weist eine dankbare Fallhöhe auf, die Vaughan Williams mit bildhaft-symphonischen Mitteln gestaltete.

Kurzinfo

Einführung
30 Minuten vor Konzertbeginn im Kleinen Saal

Erster Termin war am
Sa. 17.03.2018
Spielort
Rudolf-Oetker-Halle
Lampingstr. 16
33615 Bielefeld
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