Konzerte Einführung

7. Kammerkonzert

Très animé

Beschreibung

Francis Poulenc
Trio für Klavier, Oboe und Fagott FP 43 (1926)

Fabian Hauser
Kleine Suite für Klarinette und Klavier (Uraufführung)

Francis Poulenc
Sonate für Oboe und Klavier FP 185
       
Friedrich Constantin Homilius
Horn-Quartett in B-Dur, op.38

Camille Saint-Saens
Sonate für Fagott und Klavier G-Dur, op.168

Felix Mendelssohn-Bartholdy

Bearbeitungen für Horn-Quartett

 

Ähnlich wie in Berlin, in dem die Vergnügungssucht der „Goldenen Zwanziger“ als Folge der Entbehrungen und Leiden infolge des Ersten Weltkriegs zu spüren war, sehnte man sich in Paris nach frischem Wind in allen künstlerischen Bereichen. Für die Musik durchaus prägend agierte hier die Groupe des Six, eine junge Komponistenclique, die den Kulturbetrieb kräftig aufmischte und eine Ästhetik der „musikalischen Prosa“ verkündete anstelle der ewigen „Poesie“ des Impressionismus oder gar der „schwülstigen Klangorgien“ der Romantik. Die originellste Stimme dieser Gruppe gehörte zweifellos Francis Poulenc. Wegen seiner Vorliebe für Zirkus und Jahrmärkte galt er als der „Clown“, doch er hatte musikalisch weitaus mehr drauf als nur oberflächliche „Gebrauchsmusik“ – zum Beispiel bei der Kammermusik. Die war im zurückliegenden Jahrhundert weitgehend von Kombinationen aus Streichinstrumenten und Klavier beherrscht gewesen. Poulenc hauchte der Holzbläsermusik neues Leben ein, kurbelte eine Entwicklung zu größerer Einfachheit, dezenter Klarheit und charaktervoller Bravour an und setzte mit seinen an sich wenig Werken dennoch Maßstäbe. Zum Beispiel mit dem Trio für Oboe, Fagott und Klavier oder seinen drei Sonaten für Flöte, Klarinette und Oboe, von der die letztere im 7. Kammerkonzert zu hören ist. In dieselbe Zeit fällt eine der letzten Kompositionen des Grand Seigneurs der Belle Époque, Camille Saint-Saëns: Der hatte nach 1888 das Reisen für sich entdeckt, hielt sich mit Vorliebe in Nordafrika auf und schrieb dort, in Algier 1921, seinem letzten Lebensjahr, eine Sonate für Fagott und Klavier mit dem bewussten Anreiz, die Literatur für das sonst nur wenig berücksichtigte Fagott zu erweitern. Afrikanisch-Exotisches sucht man in diesem Werk vergeblich, aber die Schönheit und Reife eines Alterswerks tritt daraus glänzend hervor. Ähnlich wie Poulenc orientierte sich auch Saint-Saëns lieber an klassischen als an romantischen Idealen für seine Kompositionen.
Augenzwinkernder Höhepunkt des Kammerkonzerts ist zweifellos Fabian Hausers Uraufführung seiner Kleinen Suite für Klarinette und Klavier. Der charmante Klarinettist ist seit etlichen Jahren ein vertrautes Gesicht in den Reihen der Bielefelder Philharmoniker und hat für „sein“ Instrument bereits mehrere Stücke geschrieben.
Hornquartett-Musik von Felix Mendelssohn Bartholdy und seinem etwas jüngeren Zeitgenossen Friedrich Constantin Homilius runden das Programm ab. Der Clou dieser Programmpunkte: Alle vier Hörner werden von Mitgliedern der Familie Haspelmann gespielt; drei von ihnen sind oder waren prägende Charaktere in der Horngruppe der Philharmoniker – ein Heimspiel auf ganzer Linie. Frischer Wind eben…

Kurzinfo

Spieldauer
ca. 01:45 Std.
Pausenanzahl
1
Einführung
35 Minuten vor Konzertbeginn

Erster Termin war am
Mo. 15.04.2019
Spielort
Rudolf-Oetker-Halle, Kleiner Saal
Lampingstr. 16
33615 Bielefeld
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