Gesang Uraufführung

Musiktheater nach Verdi, Shakespeare und Hugo

Dunkel ist die Nacht, Rigoletto!

Veranstaltung entfällt aufgrund der aktuellen Coronaschutzverordnung
Fr. 18.12.2020 um 19:30 Uhr
Stadttheater

Beschreibung

Musik von Giuseppe Verdi / Musikalische Bearbeitung und Neukompositionen von Michael Wilhelmi / Kompositorische Mitarbeit und Instrumentierung von Florian Bergmann / Libretto von Francesco Maria Piave / Texte von Victor Hugo und William Shakespeare / Bearbeitung und Fassung von Nadja Loschky und Anne Christine Oppermann / In italienischer und deutscher Sprache mit Übertiteln

»Mach mich lachen, Narr!« Diesem Befehl gehorcht Rigoletto täglich und mit größtem Erfolg. Innerlich zerreißt ihn aber die Spannung, Heiterkeit verbreiten zu müssen, wo es nichts zu lachen gibt, Unglückliche mit beißendem Spott zu überschütten und berechtigte Anliegen ins Lächerliche zu ziehen – alles, um den Alltag des leichtlebigen, despotischen Herzogs so sorglos und angenehm wie möglich zu machen. Immer tiefer frisst sich die Angst in Rigoletto hinein, dass das Unrecht, mit dem er sich gemein macht, eines Tages auf ihn zurückfallen könnte. Denn er hütet ein Geheimnis: Besessen achtet er darauf, seine Tochter Gilda verborgen zu halten. Sie, die Reine, die Unschuldige, soll auf keinen Fall in Kontakt kommen mit der verdorbenen Welt, in der der entstellte Narr sein Auskommen gefunden hat. Doch eines Nachts wird Rigolettos schlimmster Albtraum wahr …

Als Giuseppe Verdi 1850 das skandalumwitterte, in Frankreich nach der Uraufführung verbotene Drama Le roi s’amuse von Victor Hugo las, durchfuhr es ihn »wie ein Blitz, wie eine plötzliche Erleuchtung«, dass diese missgestaltete, tragische Narrenfigur voller Selbstverachtung, Menschenhass und Vaterliebe »einer Erfindung Shakespeares würdig« war. Um sich Rigoletto zu widmen, stellte er sogar seinen langgehegten (und nie realisierten) Plan zurück, eine Oper über König Lear zu komponieren. Basierend auf Verdis Meisterwerk sowie Texten von William Shakespeare und Victor Hugo entwickelt das Theater Bielefeld ein Musiktheaterstück, das die seelischen Abgründe des Titelhelden in ein neues (Klang-)Licht rückt.

Termine

Pressestimmen

Könnte es sein, dass die kleinen und mittleren Opernhäuser die Corona-Krise künstlerisch besser meistern als die großen Operntanker? Weil sie erstens häufig einfallsreicher sind als die repräsentativen großen Häuser und weil sie zweitens viel leichter mit kleinen Besetzungen akustisch befriedigend zu füllen sind? Für die rasante „Rigoletto“-Dekonstruktion in Bielefeld jedenfalls trifft beides zu.

(…) insgesamt fasziniert der Abend durch seinen kühnen Zugriff, Nadja Loschkys kraftvoll intensive Personenregie und die kühne musikalische Dekonstruktion dieses Kernstücks des Repertoires, das auf diese Weise sein enormes Talent zum Kammerstück beweist.

www.die-deutsche-buehne.de, 04.10.20

(…) einem jungen Team (gelingt) eine hoch emotionale, kammerspielartige Neubefragung des Rigoletto-Stoffes. Die Verschlankung der personellen und musikalischen Mittel geht nicht zu Lasten der Intensität, führt indes zu einer stärkeren Fokussierung des sprachlichen Ausdrucks. 

(…) Kapellmeisterin Anne Hinrichsen (…) entlockt dem kleinen Ensemble der Bielefelder Philharmoniker größte Klangsinnlichkeit. 

Westfalen-Blatt, 05.10.20

Mit einem perfekten Gespür für einen Außenseiter gaben Nadja Loschky und Anne Oppermann dem buckligen, missgestalteten Rigoletto zwei Stimmen. Ergreifend expressiv verschmolzen Stefan Imholz und Bariton Evgueniy Alexiev mit ihrer Rolle. Lachend, tanzend und wehklagend tobten sie über die schräge, fast leere Bühne. (…) Reichlich Frauenpower gab es bei den Macherinnen mit der neuen Kapellmeisterin, die das abgespeckte Orchester zu packender und dramatischer Interpretation animierte. (…) Ein Stück Musiktheater, das mit rauschendem Applaus belohnt wurde. 

 

 

Die Glocke, 05.10.20
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Kurzinfo

Spieldauer
ca. 01:55 Std.
Altersempfehlung
ab 12

Premiere
Sa. 03.10.2020

Erster Termin war am
Sa. 03.10.2020
Spielort
Stadttheater
Niederwall 27
33602 Bielefeld
Anfahrt
Gesang
Uraufführung
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